Vita - erzählt

Da mir das Zeichnen und Malen schon als Kind viel Spaß bereitet hat, bin ich einfach dabei geblieben und habe immer weitergemacht. Schon früh begeisterte ich mich für Comics und habe viel Zeit damit verbracht, selber welche zu zeichnen. Inspiriert haben mich auch Abenteurromane wie Die Schatzinsel oder Robinson Crusoe.

Hier die Bremer Stadtmusikanten, um 1965, und eine Comicseite, die ich mit Vierfarbkugelschreiber zeichnete, 1975.

Als ich 14 Jahre alt war, entdeckte ich die Kunst Albrecht Dürers und besonders faszinierte mich seine Druckgraphik. Alles nur Erdenkliche in Schwarzweiß darstellen zu können, in Linien und Punkten - wie toll! Das ließ sich nicht nur für weitere Comics nutzen, sondern auch für photorealistische Zeichnungen, für die mir weder Geduld noch künstlerisch-handwerkliches Umsetzungsvermögen fehlten.

Links eine expressiv-düstere Umsetzung nach Fritz Leibers Erzählung Der heulende Turm, um 1980, rechts daneben das Porträt eines Mallorciners, das ich in einem alten Merian-Heft entdeckte und in Bleistift umsetzte, 1978.

Das Zeichnen war meine Leidenschaft und ist es bis heute geblieben. Im Studium widmete ich mich dennoch dem Hauptfach Kunstgeschichte und hatte das Glück, im Nebenfach Graphik und Malerei meine bildkünstlerischen Erkundungen mit Freude fortführen zu können. Marburg war der geeignete Ort, um Theorie und Praxis zu verbinden. Meine Magisterarbeit widmete ich dann auch der Reproduktionsgraphik um 1900, die mich direkt ins Spannungsfeld von photographischer Bilderfassung und künstlerisch-manueller Nachbildung katapultierte.
Nach dem Magister war ich in Marburg beim Freien Institut für Bauforschung beschäftigt, und hier kam mir die zeichnerische Präzision beim Erstellen von Bestandsdokumentationen historischer Gebäude wie auch bei Kartierungen in der Mittelalterarchäologie zugute.
Die Promotion widmete ich dem Dresdner Maler und Graphiker Wilhelm Rudolph (1889-1982), mit Schwerpunkt auf seinem umfangreichen Holzschnitt-Werk.

Links ein Entwurf für eine Weihnachstkarte des Instituts für Bauforschung, 1992, rechts eine Porträtstudie von Wilhelm Rudolph, die ich dann als Holzschnitt umsetzte, 2002.

Seit 1996 arbeite ich freiberuflich in Berlin und habe seitdem Künstler_innen und Sammler_innen begleitet, habe Ausstellungen eröffnet und Aufsätze geschrieben. Seit 2002 bin ich zudem für das Auktionshaus Grisebach in der wissenschaftlichen Katalogbearbeitung tätig.
Und natürlich erschließe ich mir die Welt auch weiterhin zeichnerisch.

Aus meinem Reisezeichenbuch: eine lineare Ansicht des Taygetos-Gebirges auf der Peloponnes, 2015.